Category Archive: Ehemalige

Ansgar Brinkmann- der weiße Brasilianer!

Ansgar BAnsgar Brinkmannrinkmann war 20 Jahre lang Fußballprofi. Den großen Sprung schaffte er sportlich nie. Seine Sprüche waren aber schon immer Weltklasse. Er ließ seine Gegenspieler auf den Flügeln des Spielfeldes ins Leere laufen. So schaffte er es außerhalb des Platzes sich selbst durch sein Verhalten ins Abseits zu schießen. Des Öfteren hatte er Probleme mit der Justiz (Körperverletzung oder Fahrerflucht).

„ (zu einer jungen Frau) Ich hab heute Abend schon 800 DM ausgeben und noch 2 Millionen auf dem Konto. Was willst du? “

Solche Kommentare gehörten zum Standardrepertoire des Exoten des deutschen Fußballs. Wie er Gesetzmäßigkeiten gerne in der bürgerlichen Welt ausdehnte, so macht er es auch auf dem Platz.

Bei seiner Zeit bei Tennis Borussia Berlin wechselte er sich selbst ein. Neben Günther Netzer war er wohl der einzige Fußballprofi, der dies wagte. Sein Abschiedsspiel bekam Brinkmann am 27. März 2009 in Bielefeld vor 4100 Zuschauern.

 

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Marco Bode- Fair und erfolgreich!

 

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Denkt man an große deutsche Spieler bei Werder Bremen, dann kommt man unweigerlich nicht an Marco Bode vorbei. Der heutige Mitinhaber einer Sportmarketing Agentur in Hamburg ist einer von sieben Ehrenspielführern des grün-weißen Vereins. Der einzige Vereinswechsel seiner Laufbahn war der Wechsel von der A-Jugend des VFR Osterode am Harz zu der Jugend des Werder Bremens. Der damalige Trainer Otto Rehhagel entdeckte den 19-Jährigen und beförderte ihn in die Profiabteilung.
Das W auf dem Trikot trägt Marco Bode seit 1988 und streifte es 2002 erst wieder ab. DFB-Pokalsieger, Europokalsieger, zweifacher deutscher Meister und Vizeweltmeister sind seine Titel, die er in 379 Spiele für Werder Bremen und in 40 Spielen für die deutsche Nationalmannschaft erspielt hat.
101 Tore erzielte der große Sympathieträger in der Bundesliga für seinen Verein.

Damit ist der flexibel einsetzbare Linksaußen noch immer Rekordtorschütze Werders. Wie kaum ein anderer stand bzw. steht Marco Bode für das Fairplay. Gerade mal zehn gelbe Karten stehen in seiner Vita zur Buche. Er gilt als einer der fairsten Bundesligaprofis der Bundesligageschichte. Nach dem verlorenen WM-Finale beendete Bode seine Karriere und fuhr sein abgebrochenes Studium der Philosophie fort. Nach seiner aktiven Sportkarriere war Marco Bode für das ZDF als Reporter während der Europameisterschaft 2004 in Portugal tätig und wurde später in der Saison 2007/2008 vom damaligen Pay-TV Sender PREMIERE eingestellt.
Seit 2000 ist der ehemalige Werderaner Kurator der „Stiftung Jugendfußball“.

Die Stiftung, mit Hauptsitz an der Universität Paderborn, engagiert sich für den deutschen Jugendfußball. Sie will Kindern und Jugendlichen durch und im Fußball fördern.
Wie Marco Bode steht die Stiftung in allererster Linie für Fair Play und Teamgeist.

Nun sitzt Marco Bode im Aufsichtsrat des Vereins und muss den Umbruch von Werder beaufsichtigen.
FairPlay wird, wie wir ihn kennen, wohl auch ganz oben stehen!

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Schiff des Torjägers – Als die Karriere eines Ausnahmestürmers zu Ende gin

Eine Nachricht aus Afrika ging 2001 durch die Weltpresse: Ein Schiff soll Kinder transportiert haben, die als Arbeitskräfte durch ihre Familien verkauft wurden. Es wurde bekannt, dass die „Etireno“ dem damaligen Fußballprofi Akpoborie gehörte. Er kaufte es 1998 für seine Familie in Nigeria, damit sie ein eigenes Geschäft aufbauen sollte. Sobald diese Nachricht heraus war, löste der VfL Wolfsburg seinen Vertrag auf. Die Karriere war beendet. Jonathan Akpoborie beteuert bis heute, dass er keine Ahnung von den Geschehnissen auf der Fähre gehabt habe.

Drei Jahre lang recherchierte Heidi Specogna in Afrika und Europa, um mit Behörden und damaligen verschleppten Kindern, die auf dem Schiff befreit worden waren, zu sprechen. Die Dokumentation verzichtet bewusst auf eine Bewertung der Vorkommnisse oder auf eine Verurteilung Akpobories. Sie zeigt vielmehr, dass beide Seiten eine Mitschuld tragen. Einmal die Familien, die ihre Kinder aus Hunger, Sterbensangst und Naivität an Menschenhändler verkauften und auch Akpoborie, der blind seiner Familie vertraute, dass nichts Illegales auf der „Etireno“ passierte.

Das macht diesen Film auch so ausdrucksstark. Specogna versucht möglichst alle Perspektiven dieses schrecklichen Ereignisses zu berücksichtigen. Der Vorfall wird gekonnt genutzt, um die unterschiedlichen Lebensweisen in Europa und Afrika zu verdeutlichen. Durch Einstellungen auf das Dorfleben der verschleppten Kindern, wie sie sich am Existenzminimum durschlagen und einer direkten Einblendung auf den damaligen Fußballprofi mit goldener Uhr und teurem Schmuck, der über sein Leben erzählt, macht Heidi Specogna sehr eindrucksvoll auf die Probleme der Globalisierung und die Schere zwischen Arm und Reich aufmerksam. Auch die Zwiespältigkeit innerhalb der afrikanischen Kultur zwischen Tradition und der modernen westlichen Welt wird sehr deutlich, als Anato, ein damals verschleppter Junge, eine Ausbildung als Fotograf anfängt und zu Beginn durch ein Voodoo Ritual gesegnet wird.

Außerdem gibt Peter Pander (ehemaliger Manager vom VfL Wolfsburg) Einblicke ins Vereinsleben, wenn auch Vorstandsvorsitzende eines großen Automobilunternehmens Einfluss nehmen können. Peter Pander meinte auch, dass Jonathan Akpoborie sehr deutsch sei, aber immer wieder wird deutlich, dass er als Afrikaner fühlt und auch die Sicht eines Afrikaners hat. Insgesamt rührt der Film trotz seiner neutralen Sicht auf das Leben der Menschen den Zuschauer immens.

Es wird deutlich, dass es einige große Diskrepanzen in den Lebensweisen Europas und Afrikas bestehen. Auf jeden Fall: ein sehr sehenswerter Dokumentarfilm. Er wird wohl in kleineren Programmkinos in Deutschland am 2. Dezember 2010 anlaufen.

Das Schiff des Torjägers von Heidi Specogna

Kino-Dokumentarfilm / 91min / Deutsch, Französisch, Afrikanische Sprachen / 2010

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Schnellinger wird 75

 

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Happy Birthday, Karl-Heinz!!!

Karl-Heinz Schnellinger wurde nun junge 75 Jahre alt und durch diesen runden Purzeltag, kommt uns natürlich das Jahrhundertspiel wieder in Erinnerung.

“Ausgerechnet Schnellinger.[...]!”

Juni 1970 in Mexico, Aztekenstadion: Es läuft die Nachspielzeit im Halbfinale Deutschland gegen Italien. Italien liegt mit einem Tor vorne. Grabuschewski setzt sich auf der linken Seite durch, flankt den Ball in die Mitte und Schnellunger grätscht in den Ball herein und markiert das Unentschieden. 100.000 Menschen im Stadion erleben nun das Jahrhundertspiel. Es wird wohl die verrückteste Verlängerung der Fußballgeschichte bleiben!

Nach starkem Kampf verliert die deutsche Nationalmannschaft mit 4:3. Also sind 5 Tore in der Verlängerung gefallen. Die Personen, die dies ermöglicht haben waren Grabuschewski (Vorlage) und Schnellinger (Torschütze). Der Italien-Legionär spielte schon seit Jahren in Italien! Achja, die verrückte Welt des Fußballs!

Alles Gute, Schnellinger!

 

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Bert “The Kraut” Trautmann

 

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Bernhard Carl Trautmann wurde am 22. Oktober 1923 in der Hansestadt Bremen geboren. Er spielte in seiner Jugend bei Tura Bremen im linken Mittelfeld. Während des 2. Weltkriegs kämpfte er als Fallschirmjäger an der westlichen sowjetischen Front. Dort geriet er in Kriegsgefangenschaft, konnte jedoch fliehen. Auf seinem Weg zurück in den Westen wurde er von den Briten festgenommen und wurde in ein Gefangenenlager zwischen Wigan und St. Helens gebracht später in ein Lager bei Liverpool. Bei Fußballspielen gegen andere Lager spielte er, wie er es schon in seiner Jugend gewohnt war, im linken Mittelfeld. Aber als ein Torwart fehlte, versuchte er sich in dieser Position und so begann eine ausnahmslose, beeindruckende Karriere.

Jeder Anfang ist schwer

Nachdem er aus der Gefangenschaft entlassen worden ist, blieb Trautmann auf der Insel. Er spielte bei einem kleinen Club namens St. Helens Town bis zu einem Freundschaftspiel gegen des großen Vereins Manchester City. Die Vereinsführung war von dem jungen deutschen Torwart begeistert, also verpflichteten sie ihn. Daraufhin entstanden große Protestbewegungen der Fans. Es wurden Demonstrationen aufgrund der nahen Weltkriegsvergangenheit veranstaltet. Aufschriften wie „Off with the German“ (Raus mit dem Deutschen) oder „Traut the Kraut“ waren immer wieder auf Plakaten der Fans sichtbar. Nach einem offenen Brief des Rabbis von Manchester an die Anhänger des Vereins ließ sich die Gegenbewegung etwas abschwächen. Aber erst die grandiosen Leistungen des Keepers verstummten die letzten Kritiker. In dem ersten Auswärtsspiel von Bert Trautmann (er wurde Bert genannt, da die Engländer nicht Bernhard aussprechen konnten) in London gegen den FC Fulham gaben selbst die gegnerischen Fans und Spieler Applaus wegen der überragenden Leistungen des Deutschen.

Ein ewiger Held wird geboren

Nach nur einigen Jahren durfte sich Trautmann zur Weltspitze zählen. Es war das Finale des FA Cups 1956 gegen Birmingham, als in der 75. Minute sich Trautmann wagemutig in eine Flanke hereinwarf. Er wurde von Peter Murphy am Nacken getroffen. Der Halswirbel war gebrochen. Dennoch spielte er weiter und verteidigte sein Tor eine weitere Viertelstunde lang. Nach diesen 15 Minuten konnte sein Team auch den verdienten Pokal in die Luft strecken. Das Spiel gewann das Team um Trautmann mit 3:1. Es gilt immer noch als medizinisches Wunder, dass der Torwart diesen Unfall überhaupt überlebte. Auch durch dieses Spiel wurde er englischer Fußballer des Jahres.

Und nun ist Schluss

Nach 639 Spielen beendete Bert Trautmann mit 41 seine Karriere bei Manchester City. 60.000 Zuschauern wohnten dem Abschiedsspiel bei. Er führte als Kapitän einer Manchester-Auswahl das Team aufs Feld, Teil der Mannschaft war unter anderem Bobby Charlton, der nach dem Spiel meinte, dass Trautmann einer der größten Fußballer aller Zeiten sei. Die Manchester-Auswahl spielte gegen eine englische Auswahl, die mit Tomm Finney und Jimmy Arfield antrat.

Nach einem Ende folgt immer wieder ein Anfang

Der ehemalige Weltklasse-Torhüter begann eine Karriere als Trainer. Stockport war seine erste Station, danach folgte Preußen Münster und somit die Rückkehr nach Deutschland. 1972 wurde er Nationaltrainer Burmas und konnte beachtliche Erfolge erzielen. Darauf folgten die Stationen Liberia und Pakistan. Zahlreiche Auszeichnungen schmücken ihn heute.

Trautmann gründete die gemeinnützige „Trautmann Foundation“, die sich für soziale Projekte mit Kindern einsetzt. 2004 zeichnete ihn Queen Elizabeth II mit dem Titel des „Honorary Officer of the Most Excellent Order of the British Empire” aus. 2008 bekam er die DFB-Nadel mit Brillant für die herausragende Präsentation des deutschen Fußballs in England. Unter anderem hat man ihm das Bundesverdienstkreuz und den Walther-Bensemann-Preis verliehen. Heute lebt er mit seiner zweiten Frau in der Nähe von Valencia. Mit fast 87 Jahren erfreut er sich bester Gesundheit. Trautmann ist vielleicht das beste Beispiel wie der Sport Barrieren aufbrechen kann. Ein Mann, der im 2. Weltkrieg gegen die Engländer kämpfte und sich dann in die Herzen der Briten spielte.

 

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