Monthly Archives: April 2014

Marco Bode- Fair und erfolgreich!

 

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Denkt man an große deutsche Spieler bei Werder Bremen, dann kommt man unweigerlich nicht an Marco Bode vorbei. Der heutige Mitinhaber einer Sportmarketing Agentur in Hamburg ist einer von sieben Ehrenspielführern des grün-weißen Vereins. Der einzige Vereinswechsel seiner Laufbahn war der Wechsel von der A-Jugend des VFR Osterode am Harz zu der Jugend des Werder Bremens. Der damalige Trainer Otto Rehhagel entdeckte den 19-Jährigen und beförderte ihn in die Profiabteilung.
Das W auf dem Trikot trägt Marco Bode seit 1988 und streifte es 2002 erst wieder ab. DFB-Pokalsieger, Europokalsieger, zweifacher deutscher Meister und Vizeweltmeister sind seine Titel, die er in 379 Spiele für Werder Bremen und in 40 Spielen für die deutsche Nationalmannschaft erspielt hat.
101 Tore erzielte der große Sympathieträger in der Bundesliga für seinen Verein.

Damit ist der flexibel einsetzbare Linksaußen noch immer Rekordtorschütze Werders. Wie kaum ein anderer stand bzw. steht Marco Bode für das Fairplay. Gerade mal zehn gelbe Karten stehen in seiner Vita zur Buche. Er gilt als einer der fairsten Bundesligaprofis der Bundesligageschichte. Nach dem verlorenen WM-Finale beendete Bode seine Karriere und fuhr sein abgebrochenes Studium der Philosophie fort. Nach seiner aktiven Sportkarriere war Marco Bode für das ZDF als Reporter während der Europameisterschaft 2004 in Portugal tätig und wurde später in der Saison 2007/2008 vom damaligen Pay-TV Sender PREMIERE eingestellt.
Seit 2000 ist der ehemalige Werderaner Kurator der „Stiftung Jugendfußball“.

Die Stiftung, mit Hauptsitz an der Universität Paderborn, engagiert sich für den deutschen Jugendfußball. Sie will Kindern und Jugendlichen durch und im Fußball fördern.
Wie Marco Bode steht die Stiftung in allererster Linie für Fair Play und Teamgeist.

Nun sitzt Marco Bode im Aufsichtsrat des Vereins und muss den Umbruch von Werder beaufsichtigen.
FairPlay wird, wie wir ihn kennen, wohl auch ganz oben stehen!

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Schiff des Torjägers – Als die Karriere eines Ausnahmestürmers zu Ende gin

Eine Nachricht aus Afrika ging 2001 durch die Weltpresse: Ein Schiff soll Kinder transportiert haben, die als Arbeitskräfte durch ihre Familien verkauft wurden. Es wurde bekannt, dass die „Etireno“ dem damaligen Fußballprofi Akpoborie gehörte. Er kaufte es 1998 für seine Familie in Nigeria, damit sie ein eigenes Geschäft aufbauen sollte. Sobald diese Nachricht heraus war, löste der VfL Wolfsburg seinen Vertrag auf. Die Karriere war beendet. Jonathan Akpoborie beteuert bis heute, dass er keine Ahnung von den Geschehnissen auf der Fähre gehabt habe.

Drei Jahre lang recherchierte Heidi Specogna in Afrika und Europa, um mit Behörden und damaligen verschleppten Kindern, die auf dem Schiff befreit worden waren, zu sprechen. Die Dokumentation verzichtet bewusst auf eine Bewertung der Vorkommnisse oder auf eine Verurteilung Akpobories. Sie zeigt vielmehr, dass beide Seiten eine Mitschuld tragen. Einmal die Familien, die ihre Kinder aus Hunger, Sterbensangst und Naivität an Menschenhändler verkauften und auch Akpoborie, der blind seiner Familie vertraute, dass nichts Illegales auf der „Etireno“ passierte.

Das macht diesen Film auch so ausdrucksstark. Specogna versucht möglichst alle Perspektiven dieses schrecklichen Ereignisses zu berücksichtigen. Der Vorfall wird gekonnt genutzt, um die unterschiedlichen Lebensweisen in Europa und Afrika zu verdeutlichen. Durch Einstellungen auf das Dorfleben der verschleppten Kindern, wie sie sich am Existenzminimum durschlagen und einer direkten Einblendung auf den damaligen Fußballprofi mit goldener Uhr und teurem Schmuck, der über sein Leben erzählt, macht Heidi Specogna sehr eindrucksvoll auf die Probleme der Globalisierung und die Schere zwischen Arm und Reich aufmerksam. Auch die Zwiespältigkeit innerhalb der afrikanischen Kultur zwischen Tradition und der modernen westlichen Welt wird sehr deutlich, als Anato, ein damals verschleppter Junge, eine Ausbildung als Fotograf anfängt und zu Beginn durch ein Voodoo Ritual gesegnet wird.

Außerdem gibt Peter Pander (ehemaliger Manager vom VfL Wolfsburg) Einblicke ins Vereinsleben, wenn auch Vorstandsvorsitzende eines großen Automobilunternehmens Einfluss nehmen können. Peter Pander meinte auch, dass Jonathan Akpoborie sehr deutsch sei, aber immer wieder wird deutlich, dass er als Afrikaner fühlt und auch die Sicht eines Afrikaners hat. Insgesamt rührt der Film trotz seiner neutralen Sicht auf das Leben der Menschen den Zuschauer immens.

Es wird deutlich, dass es einige große Diskrepanzen in den Lebensweisen Europas und Afrikas bestehen. Auf jeden Fall: ein sehr sehenswerter Dokumentarfilm. Er wird wohl in kleineren Programmkinos in Deutschland am 2. Dezember 2010 anlaufen.

Das Schiff des Torjägers von Heidi Specogna

Kino-Dokumentarfilm / 91min / Deutsch, Französisch, Afrikanische Sprachen / 2010

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Königstransfer, Garcia!

339Man wusste, dass es für Werder Bremen sehr schwierig in der Saison 2013/2014 werden würde. Es geht nur um den Klassenerhalt. Das böse Wort “Umbruch” wurde in den vielen Interviews ausgeschlachtet. Man will gestärkt auf die eigene Jugend setzen. So wurde gerade im Umfeld von Werder Bremen aufgeräumt. Es gab sehr viele Personalwechsel. Der Jugendkoordinator wurde entlassen und man hinterfragte sich selbst. Robin Dutt und Thomas Eichin sollen das operative geschäft nun in neue Bahnen lenken. Jetzt liegt Werder im Mittelfeld und der Verbleib in der ersten Liga ist fast erreicht!

So kann man ein vorläufiges Fazit ziehen:

Fakt ist, dass die eigene Jugend sich nicht wirklich durchgesetzt hat. Hauptsächlich wurden die jungen Spieler als Ergänzungsspieler eingesetzt. Der entscheidende Faktor, dass Werder sich neu erfunden hat, sind die externen Neuzugänge. Makiadi, Cardirolia, Di Santo und Garcia. Allesamt wurden Stammspieler. Allesamt sind Spielertypen, die über Kampf und Einsatzwillen kommen.

Jetzt klingt es so, dass der Wechsel zum Jugendstil gescheitert ist. Aber Jugendarbeit gilt nicht umsonst als ein mittelfristiges Konzept in einem Fußballunternehmen. Die zweite Mannschaft spielt erfolgreich in der Regionalliga, die Jugendmannschaften spielen regelmäßig oben mit, also wird wohl in den nächsten Jahren hoffentlich genügend neue Talente hoch, die sich zum Stammspieler in Bremen entwickeln können.

Trainer Robin Dutt will eine Mannschaft aufbauen, die nicht nur für Offensivfußball steht. So wurde der Schwerpunkt auf die Defensive gesetzt. Resultat war, dass es nicht mehr das schöne Spiel war, dass man in den letzten Jahren kannte. Es wurde fast schon Catenaccio gespielt. Aber die Resultate stimmten. Sobald Dutt meinte, dass der Zeitpunkt da wäre, das Spiel offensiver auszurichten, gab es emfindliche Niederlagen, die an alte Zeiten erinnerten. Also wieder zurück zur reinen Defensive. Die große Stärke ist in dieser Saison, dass Werder den Gegener totkämpft. Auf diesen Einsatz will dutt aufbauen. In den Spielen gegen hannover und Schalke in der Rückrunde, erkannte man nun, was Dutt für einen “Matchplan” hat. Es geht darum, dass man nah am Gegner steht. Die Zweikämpfe annimmt und dann über Ballsicherheit und Kombinationen schnell das Mittelfeld überbrückt und zum Torabschluss kommt. Dabei geht es nicht um die reine Dominanz, aber der Gegner soll zum Laufen gebracht werden. Oft wurde das Spiel auch schon im Mittelfeld verlagert. So musste der Gegner ungewohnte Wege gehen und Schnittstellen öffneten sich. Dann soll der Pass in die Spitze kommen. Ein Schwerpunkt wurde auch auf die Standards gelegt. So erzielte Prödl nach einem Standard das Siegtor gegen Hannover 96.

Wenn man sich nun die Tugenden anschaut, die Dutt einfordert, muss ein Name sofort fallen: Santiago Garcia. Der Neuzugang aus Palermo steht stellvertretend für die neue Spielphilosophie. Sieben Gelbe Karten und eine Ampelkarte in 17 Spielen zeigen, dass er keine Angst vor Zweikämpfen hat. Auf der seit Jahren vakanten Position als linker Verteidiger ist er bei dutt absolut gesetzt, wenn er nicht gesperrt oder verletzt ist. Garcia beweist auch, dass er sich selbst hinterfragt. Viele seiner Karten waren nicht unbedingt nötig. Er war eindeutig übermotiviert. Nach seiner Gelb/Roten-Karte wurde er sogar vom Sportgericht für zwei Spiele gesperrt. (Normalfall ist ein Spiel) Sein Spiel wurde abgeklärter auch außerhalb des Platzes ist sein Einsatzwillen zu erkennen. Er versucht so schnell wie möglich Deutsch zu lernen. Sein Deutschlehrer bei Werder Bremen bescheinigt ihm, dass er gute Fortschritte macht.

Bei all diesen Faktoren kann man behaupten, dass Garcia ein Königstranfer war. Jetzt geht es in der neuen Saison einen Ersatz für Aaron Hunt zu finden. Die Fans hoffen, dass Bremen einen ähnlichen Transfertreffer landen kann, wie bei Garcia.

 

 

 

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Danke, Lukas!

 

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In der heutigen Fußballwelt, in der schmierige PR-Berater, Rhetorik-Experten und Mediendirektoren die Aussagen der Fußballstars genauestens unter die Lupe nehmen, gibt es noch einen Mann, der sich gegen den heutigen verbalen Perfektionismus stellt: Lukas Podolski. Endlich wieder jemand, der sich in die legendären Aussagen von großen Fußballikonen einreiht wie Matthias Sammer, Paul Breitner oder auch Andy Möller. Wer kennt die berühmten Sprüche nicht? „Das nächste Spiel ist immer das nächste!“ „Alle hatten die Hosen voll, nur bei mir lief es ganz flüssig.“ „Und Madrid oder Mailand, Hauptsache Italien.“

Noch heute begeistern solche Zitate die Fußballwelt. Ich möchte nicht darauf hinaus, dass der Fußball früher besser war oder die Fußballer noch echte Kerle waren. Die verbalen Ausrutscher einiger Kicker werden einfach sehr vermisst. Selbst kurz nach Abpfiff, wenn sensationsgierige Reporter auf den Platz eilen, um die frischesten Eindrücke zu erhalten, können heutzutage sogar schon die Profis die wortgewandten Journalisten verbal auskontern.

Umso mehr freue ich mich, wenn mein Fernseher läuft und Gerhard Delling zum Publikum sagt, dass nun Lukas Podolski am Mikrofon stehe. Da lacht das Herz. Ganz gespannt sitze ich dann vor dem Fernseher und lausche jedes Wort dieses, wie die Medien ihn beschreiben, direkten ehrlichen Mannes. Und dann kommen diese Aussagen wie „Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel“ oder „Jetzt haben wir Brust“.

Lukas Podolski schafft es den Fußball wieder zu vermenschlichen und zu zeigen, dass nicht alles perfekt sein muss. Seiner Beliebtheit schaden die, sagen wir, leichten verbalen Schwächen nicht. Ganz im Gegenteil das Nichtdenken steigert sein Ansehen in der Fanbasis.

Wünschenswert wäre es, wenn ihm andere Profis nacheifern würden, damit die Fußballherzen der Zuschauer vor dem Fernseher bzw. Radio wieder höher schlagen. Darum mein Plädoyer an alle PR-Berater: Lasst die Fußballprofis in Ruhe, Perfektionismus ist auf dem Platz gefragt und nicht neben dem Feld. Danke Prinz Poldi, dass du es verstanden hast.

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