Monthly Archives: März 2014

Schnellinger wird 75

 

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Happy Birthday, Karl-Heinz!!!

Karl-Heinz Schnellinger wurde nun junge 75 Jahre alt und durch diesen runden Purzeltag, kommt uns natürlich das Jahrhundertspiel wieder in Erinnerung.

“Ausgerechnet Schnellinger.[...]!”

Juni 1970 in Mexico, Aztekenstadion: Es läuft die Nachspielzeit im Halbfinale Deutschland gegen Italien. Italien liegt mit einem Tor vorne. Grabuschewski setzt sich auf der linken Seite durch, flankt den Ball in die Mitte und Schnellunger grätscht in den Ball herein und markiert das Unentschieden. 100.000 Menschen im Stadion erleben nun das Jahrhundertspiel. Es wird wohl die verrückteste Verlängerung der Fußballgeschichte bleiben!

Nach starkem Kampf verliert die deutsche Nationalmannschaft mit 4:3. Also sind 5 Tore in der Verlängerung gefallen. Die Personen, die dies ermöglicht haben waren Grabuschewski (Vorlage) und Schnellinger (Torschütze). Der Italien-Legionär spielte schon seit Jahren in Italien! Achja, die verrückte Welt des Fußballs!

Alles Gute, Schnellinger!

 

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Torlinientechnik- NEIN, DANKE!!!

Germany v England: 2010 FIFA World Cup - Round of Sixteen

Achja, ist es nicht herrlich! Da wird sich gerstritten und diskutiert. Alle Experten sagen, dass die Torlinientechnologie kommen muss. Und was machen die Vereine? Sie sagen Danke, Nein!

In Endeffekt macht es ja auch Sinn. Allein wenn man es sehr betriebswirtschaftlich denkt, kann man sagen, dass der Kosten/Nutzen-Faktor sehr gering ist. Kiesling´s Treffer, die Rache von Wembley, das Wembleytor, Helmer´s Phantomtor, das sind alles nicht gegebene Tore, die in die Geschichte eingegangen sind. Aber wieviele Spiele gab es zwischen diesen historischen Ereignisse, die keine Notwendigkeit von Einsatz der Technik gebraucht haben?
Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht! Aber es müssten so einige sein! Also entschieden sich die Vereine dagegn, die teuren Tore zu installieren. Was wäre denn, wenn ein Tor umkippt? Kann man einfach ein neues Tor wieder einsetzen ohne es neu zu kalibrieren?
Wie so schön Raab sagt: “Man weiß es nicht!”

Ob jetzt ein Ball im Tor war oder nicht, ist ja meist unumstritten. Der Ball hängt im Netz! der Torwart liegt auf dem Grün und schreit seine Abwehrspieler an. Wenn man die Torlinientechnik eingeführt hätte, müsste man noch weiter denken und sich überlegen, was man denn im Fall eines Abseitstors machen muss. Da behaupte ich einfach mal, dass  dort mehr Tore fälschlicherwiese aberkannt worden. Dann wären wir beim Videobeweis und wir hätten Verhältnisse, die an American Football erinnern. Jeder, der mal in den USA bei einem NFL- Spiel dabei war, wird mir wohl zustimmen, dass das ewige pausieren das Spiel unansehnlich macht. Im Fernsehen macht es allerdings Spaß zuzuschauen. Wenn man den Videobeweis einführen würde, wäre wohl der einzige, der sich freut, SKY!

Also vielen Dank an die Vereine, die sich gegen den Einsatz der Torlinientechnologie gestimmt haben. Damit ich mir nicht Sky holen muss!

 

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Wohin, Sportfreunde Siegen?

siegen-sfsKnapp 100.000 Einwohner hat die „Großstadt“ Siegen. Hauptbestandteile sind die Stahlindustrie, die Universität, ein Schlosskomplex und der Fußballverein Sportfreunde Siegen. Dieser Verein hat es einmal sogar bis in die zweite Bundesliga geschafft. Es spielte dort unter anderem Giuseppe Reina, Patrick Helmes und der polnische Nationalspieler Daniel Bogusz.

Nach kurzen Intermezzo in der zweiten Liga. (Man beendete in der Saison 2004/2005 den letzten latz) kämpfte man einige Jahre in der Regionalliga, aber musste dennoch Insolvenz beantragen. So mussten die Sportfreunde einen Neuanfang in der NRW-Liga anfangen und schafften tatsächlich nach zwei Haren wieder den Wiederaufstieg in die Regionalliga West im Jahre 2012.

Nun kam im Dezember 2013 die Hiobsbotschaft, dass im Juni 2014 der Mäzen UTSCH aussteigen wird. So klafft ein Loch von 700.000€ im Budget der Sportfreunde. Einen Insolvenzantrag soll es erst einmal nicht geben, aber trotzdem geht in Siegen die Insolvenzangst um. Sicher ist nur, dass es in der Saison 2014/2015 eine Regionalligamannschaft in Siegen geben wird. Aber der Trainingsbetrieb kann nicht mehr unter Profibedingungen bestehen.

Es soll eine Mannschaft aufgebaut werden, die aus der eigenen Jugend und aus jungen Sportlern bestehen, die auch einen Blick auf ihre Ausbildung legen. Und hier kommt der Vorteil der Universitätsstadt Siegen zum Vorschein. So hofft der Vorstand durch eine Kooperation mit der Uni zielstrebige Fußball nach Siegen zu locken.
Dennoch wird es wohl ab der Saison 2014 nur noch um das Bestehen in der Liga gehen.

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Bert “The Kraut” Trautmann

 

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Bernhard Carl Trautmann wurde am 22. Oktober 1923 in der Hansestadt Bremen geboren. Er spielte in seiner Jugend bei Tura Bremen im linken Mittelfeld. Während des 2. Weltkriegs kämpfte er als Fallschirmjäger an der westlichen sowjetischen Front. Dort geriet er in Kriegsgefangenschaft, konnte jedoch fliehen. Auf seinem Weg zurück in den Westen wurde er von den Briten festgenommen und wurde in ein Gefangenenlager zwischen Wigan und St. Helens gebracht später in ein Lager bei Liverpool. Bei Fußballspielen gegen andere Lager spielte er, wie er es schon in seiner Jugend gewohnt war, im linken Mittelfeld. Aber als ein Torwart fehlte, versuchte er sich in dieser Position und so begann eine ausnahmslose, beeindruckende Karriere.

Jeder Anfang ist schwer

Nachdem er aus der Gefangenschaft entlassen worden ist, blieb Trautmann auf der Insel. Er spielte bei einem kleinen Club namens St. Helens Town bis zu einem Freundschaftspiel gegen des großen Vereins Manchester City. Die Vereinsführung war von dem jungen deutschen Torwart begeistert, also verpflichteten sie ihn. Daraufhin entstanden große Protestbewegungen der Fans. Es wurden Demonstrationen aufgrund der nahen Weltkriegsvergangenheit veranstaltet. Aufschriften wie „Off with the German“ (Raus mit dem Deutschen) oder „Traut the Kraut“ waren immer wieder auf Plakaten der Fans sichtbar. Nach einem offenen Brief des Rabbis von Manchester an die Anhänger des Vereins ließ sich die Gegenbewegung etwas abschwächen. Aber erst die grandiosen Leistungen des Keepers verstummten die letzten Kritiker. In dem ersten Auswärtsspiel von Bert Trautmann (er wurde Bert genannt, da die Engländer nicht Bernhard aussprechen konnten) in London gegen den FC Fulham gaben selbst die gegnerischen Fans und Spieler Applaus wegen der überragenden Leistungen des Deutschen.

Ein ewiger Held wird geboren

Nach nur einigen Jahren durfte sich Trautmann zur Weltspitze zählen. Es war das Finale des FA Cups 1956 gegen Birmingham, als in der 75. Minute sich Trautmann wagemutig in eine Flanke hereinwarf. Er wurde von Peter Murphy am Nacken getroffen. Der Halswirbel war gebrochen. Dennoch spielte er weiter und verteidigte sein Tor eine weitere Viertelstunde lang. Nach diesen 15 Minuten konnte sein Team auch den verdienten Pokal in die Luft strecken. Das Spiel gewann das Team um Trautmann mit 3:1. Es gilt immer noch als medizinisches Wunder, dass der Torwart diesen Unfall überhaupt überlebte. Auch durch dieses Spiel wurde er englischer Fußballer des Jahres.

Und nun ist Schluss

Nach 639 Spielen beendete Bert Trautmann mit 41 seine Karriere bei Manchester City. 60.000 Zuschauern wohnten dem Abschiedsspiel bei. Er führte als Kapitän einer Manchester-Auswahl das Team aufs Feld, Teil der Mannschaft war unter anderem Bobby Charlton, der nach dem Spiel meinte, dass Trautmann einer der größten Fußballer aller Zeiten sei. Die Manchester-Auswahl spielte gegen eine englische Auswahl, die mit Tomm Finney und Jimmy Arfield antrat.

Nach einem Ende folgt immer wieder ein Anfang

Der ehemalige Weltklasse-Torhüter begann eine Karriere als Trainer. Stockport war seine erste Station, danach folgte Preußen Münster und somit die Rückkehr nach Deutschland. 1972 wurde er Nationaltrainer Burmas und konnte beachtliche Erfolge erzielen. Darauf folgten die Stationen Liberia und Pakistan. Zahlreiche Auszeichnungen schmücken ihn heute.

Trautmann gründete die gemeinnützige „Trautmann Foundation“, die sich für soziale Projekte mit Kindern einsetzt. 2004 zeichnete ihn Queen Elizabeth II mit dem Titel des „Honorary Officer of the Most Excellent Order of the British Empire” aus. 2008 bekam er die DFB-Nadel mit Brillant für die herausragende Präsentation des deutschen Fußballs in England. Unter anderem hat man ihm das Bundesverdienstkreuz und den Walther-Bensemann-Preis verliehen. Heute lebt er mit seiner zweiten Frau in der Nähe von Valencia. Mit fast 87 Jahren erfreut er sich bester Gesundheit. Trautmann ist vielleicht das beste Beispiel wie der Sport Barrieren aufbrechen kann. Ein Mann, der im 2. Weltkrieg gegen die Engländer kämpfte und sich dann in die Herzen der Briten spielte.

 

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